
bio
Anna Baranowski ist Filmemacherin und Bildende Künstlerin. Sie wurde 1983 in Bytom (Polen) geboren und wuchs seit 1989 in Deutschland auf. Nachdem sie zeitweise in der Mongolei, Nepal und den USA gelebt hat, nennt sie heute ein Dorf inmitten von Wiesen und Wäldern in Thüringen ihr Zuhause.
Sie studierte Medienkunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und erhielt 2012 das Diplom der Bildenden Kunst mit Auszeichnung. Nach ihrem Studium nahm sie an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland, wie z.B. der Europäischen Biennale „Manifesta 14“ im Jahr 2022, teil. Sie erhielt Filmförderungen und Stipendien, wie das Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds im Jahr 2018 und wurde zu KünstlerInnenresidenzen, wie z.B. des Greater Columbus Arts Councils in Columbus, USA, eingeladen, um neue Projekte zu realisieren.
Anna Baranowski nutzt dokumentarische Bilder und Archivmaterial, um poetische, psychologisch aufgeladene Filmwerke zu schaffen, die historische Realität und subjektive Wahrnehmung auf ungewöhnliche Weise miteinander verschränken. Sie untersucht, wie historische Spuren in der Gegenwart weiterwirken, und beschäftigt sich mit kollektiven psychologischen Mustern menschlichen Verhaltens. Im Bereich des Experimental- und Dokumentarfilms orientiert sie sich am Direct Cinema und arbeitet konsequent mit dokumentarischem Material.
Charakteristisch für ihre Filme ist die Verbindung eigener, sorgfältig komponierter Aufnahmen mit Archivmaterial unterschiedlichster Herkunft, etwa Amateurfilmen, oder militärischen Bildbeständen. Durch die Herauslösung dieses Materials aus seinem ursprünglichen Kontext entstehen neue Bedeutungsebenen.
Ihr zentrales Anliegen ist es, mit Bildern der realen Welt bewusst fiktive, oft irritierende Geschichten zu erzählen. Ihre Werke unterlaufen naheliegende Erwartungen und lenken die Aufmerksamkeit auf die Wahrnehmung, Gefühle und inneren Reaktionen der Betrachtenden. Dadurch werden die Filme weniger zu Dokumentationen als zu Reflexionsräumen über Erinnerung, Projektion und kollektive Vorstellungswelten.
2022 gab Anna Baranowski mit dem Kinodokumentarfilm Namaste Himalaya ihr Debüt als Langfilmregisseurin. Der von mindjazz pictures verliehene Film lief in deutschen Kinos, wurde auf zahlreichen internationalen Filmfestivals gezeigt und mehrfach ausgezeichnet.
Derzeit realisiert Anna Baranowski ihren zweiten langen Dokumentarfilm Nomadland. Das von der Kulturstiftung Thüringen und der Thüringer Staatskanzlei geförderte Projekt befindet sich seit 2024 in Entwicklung und Produktion. Die Veröffentlichung in den deutschen Kinos ist für Ende 2027 geplant.
beruflicher werdegang
2024 Mitglied des Film- und Preisauswahlkomitees für das Portland EcoFilm Festival 2025, USA
seit 2021 Geschäftführerin der unabhängigen Produktionsfirma für Dokumentarfilme micro cosmos film GbR
seit 2019 tätig als Kamerafrau und Editorin für Kino und Fernsehen (ARTE, ZDF, 3SAT, MDR)
seit 2008 Filmemacherin und Bildende Künstlerin mit Kunstausstellungen in Galerien, Museen und Biennalen im In-und Ausland
ausbildung
2012 Diplom der Bildenden Kunst mit Auszeichnung / Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
2005 - 2012 Studium der Medienkunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in der Klasse für Mass Media Research und Kunst im öffentlichen medialen Raum bei Prof. Günther Selichar
stipendien / nominierungen / preise
2026 Filmförderung der Thüringer Staatskanzlei für die Postproduktion des Dokumentarfilms NOMADLAND
2025 Projektentwicklungsförderung der Thüringer Staatskanzlei für den Dokumentarfilm MONGOL GER
2024 5-monatiges Arbeitsstipendium der Kulturstiftung des Freistaates Thüringen für den Experimentalfilm
DIE BÄRIN & PRZEWALSKI
2024 „Namaste Himalaya“ gewinnt als „Bester internationaler Dokumentarfilm“ auf dem 6. Nepal Cultural International Film Festival in Kathmandu, Nepal
2023 "Namaste Himalaya" gewinnt den 1. Preis in der Kategorie "Expeditions & Routes"
beim Travelfest Albania Filmfestival Tirana, Albanien
2022 Lobende Erwähnung für "Namaste Himalaya" in der Kategorie "Menschen & Kultur"
auf dem Internationalen Mountainfilm Festival Graz, Österreich
2021 Projektstipendium der Kulturstiftung des Freistaates Thüringen für den Experimentalfilm LEGACY
2021 Nominierung für NEW POSITIONS, das Förderprogramm von Solo-Ausstellungen junger aufstrebender Künstler auf der ART COLOGNE. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Unterstützt durch das Land Nordrhein-Westfalen, der ART Cologne und realisiert durch den Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler.
Anna Baranowskis Werk " Monumental" wird in der Förderkoje der Galerie EIGEN + ART Berlin/Leipzig zu sehen sein.
2020 Artist in Residence in der "Off Season Residency" in Vlora, Albanien (Goethe-Institut Bukarest, AFCN - Administration of the National Cultural Fund Romania, Goethe-Zentrum Tirana)
2018 Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds Bonn
2018 Aufenthaltsstipendium beim Greater Columbus Arts Council in Columbus/Ohio, gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
2018 Nominierung für den 3. PORTRAITS - Hellerau Photography Award
2016 Projektstipendium des Ministeriums für Justiz, Kultur und Europa des Landes Schleswig-Holstein / Förderung des Projektes „Altlast“
2016 Nominierung für den 6. Internationalen Marianne Brandt Preis
2016 Artist in Residence im OTTE 1 – Das Schleswig-Holsteinische Künstlerhaus in Eckernförde
2015 Projektstipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen / Förderung der Produktion einer Künstlermonographie
2014 Arbeitsstipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
2008 1. Platz beim Studienpreis des Freundeskreises der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
sammlungen
2018 Sammlung des Thüringer Landesmuseums Heidecksburg
2013 Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kunstfonds
ausstellungen
